"Singen, staunen und träumen" - "Harmonikas" begeisterten
Hildburghausen [ENA] Fröhliche und ausgelassene Geburtstagsstimmung herrschte am 28. Januar 2012 im Stadttheater Hildburghausen. Eingeladen hatte die Musikschullehrerin Birgit Bischoff mit ihrem Vororchester und dem Orchester „Harmonikas“. Beide Orchester sind aus der Musikschule hervorgegangen, die Birgit Bischoff als Franchiseunternehmen der Musikschule Fröhlich betreibt und die nun schon 20 Jahre in Sachsenbrunn besteht.
Die Orchestermitglieder selbst kommen aber aus den verschiedensten Orten. Viele fleißige Helfer hatten für diesen Geburtstag Hand angelegt, um die Geburtstagsfeier würdig begehen zu können. Im Foyer des Theaters berichteten Fotografien über das Leben der beiden vergangenen Musikschul-Jahrzehnte, die Bühne war festlich geschmückt und die Stimmung unter den großen und kleinen Gästen war prima. Eingestimmt auf das abendliche Galakonzert der „Harmonikas“ wurden die rund 320 Theaterbesucher mit einer elektronischen Bildpräsentation über Ausflüge, Konzerte, Probenlager sowie Besetzung der Orchester.
Im Spot der bunten Scheinwerfer nahmen schließlich die Orchester-Mitglieder ihre Plätze auf der Bühne ein und grüßten musikalisch mit dem Stück „After the Fire“. Durch das Programm führten die ehemaligen Orchestermitglieder Andy Koch, Ninette Hofmann sowie Annemarie Fritz. Alle drei sind der Meinung, dass Musik den Menschen positiv verändert. „Die Birgit hat es sicherlich bei vielen geschafft, den einen oder anderen hat das Musik machen schon ganz schön verwandelt.“
Das Repertoire des Galakonzertes umfasste einen breiten Querschnitt von Liedern der vergangenen 15 Jahre sowie neue Lieder. Genannt seien u. a. Pink Panther, Guantanamera, Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, Biscaya, die Titelmusik aus „Fluch der Karibik“, lateinamerikanische Klänge oder auch der Säbeltanz. Zu hören war auch das Stück „World of Music“, das im vergangenen Jahr für die Musikschule komponiert wurde. Stimmung kam auf, als auch das Publikum mit in das abendliche Konzert einbezogen wurde. Eigens dafür angefertigte „Klapperinstrumente“ gab es, um im Rhythmus der Musik kräftig das Orchester auf der Bühne zu unterstützen.
Aber auch stimmlich wurde an diesem Abend des Galakonzertes einiges geboten. So gaben beispielsweise die „Chefin“ Birgit Bischoff mit dem Techniker der Band Sebastian Kolk aus Steinbach das Lied „Über sieben Brücken musst du gehen“ oder mit dem Sachsenbrunner Sven Stubenrauch ein Evergreen-Madly und einen „Sahne-Mix“ von Udo Jürgens zum Besten. Beim „griechischen Wein“ ließen es sich viele der Gäste nicht nehmen und stimmten in das Lied mit ein.
Lang anhaltender Beifall und immer wieder „Zugabe-Rufe“ waren eindeutiges Lob für die außerordentlich gelungenen Leistungen der jüngeren und älteren Akteure auf der Bühne. „Singen, staunen und träumen“ – dieses am Anfang der Veranstaltung ausgegebene Motto ließ sich bei der Vielzahl der Instrumental- und Gesangstücke verwirklichen. Schnelle Rhythmen wechselten mit gediegenen Melodien, bevor die Musiker dann wieder temporeich auf der Tastatur der Instrumente spielten.
Als es vom Bühnenboden Konfetti regnete, da kam eine besondere Geburtstagsstimmung auf. Überwältigt war Birgit Bischoff auch, als ihr ihre Orchestermitglieder ein Ständchen sangen „20 Jahre liebe Birgit – und du bist immer fröhlich“ und ihr jeweils eine Blume überreichten. Auch Eisfelds Bürgermeisterin Kerstin Heintz gratulierte zum 20. Musikschul-Geburtstag. „Das war ein Ohrenschmaus, was an diesem Abend geboten wurde. Ein Hobby für die Freizeit ist immer toll“, so auch ihre Meinung. Neben ihr waren auch der Landtagsabgeordnete Henry Worm, Veilsdorfs Bürgermeister Andrè Rädlein sowie zwei Sachsenbrunner Gemeinderäte der Einladung zum Galakonzert gefolgt.
Birgit Bischoff nahm die Gelegenheit auch wahr, um sich bei all denen zu bedanken, die sie in der Vergangenheit stets tatkräftig unterstützt haben und auch an diesem Abend auf, vor und hinter der Bühne gewirkt haben. An die Orchestermitglieder gerichtet meinte sie: „Ich würde nicht hier vorne stehen, wenn es euch nicht gäbe, denn allein kann man ja kein Konzert geben“, so Birgit Bischoff mit emotionaler Stimme. Der Dank ging auch an verschiedene Sponsoren, ohne die letztendlich solche Veranstaltungen nicht gestemmt werden können. Der „Harmonika-Fanclub“ mit den gelben T-Shirts hat vor und nach dem Konzert sowie in der Pause als Catering-Service fungiert und so für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt.
60 Briefe hat die Orchesterleiterin an ehemalige Mitstreiter verschickt und sechs von ihnen waren an diesem Abend beim Konzert mit dabei. Drei mutige Spieler aus dem Vororchester haben ihre Vorbilder, die „Großen“, ebenfalls unterstützt und so gleich die besondere Atmosphäre der Harmonikas schnuppern können. Sandra Popp aus Herbartswind ist seit knapp zehn Jahren dabei. Angefangen bei den Harmonikas, ist sie ein festes Orchestermitglied - auch wenn es für sie nicht immer einfach ist, ihr Studium auf das Grundschullehramt in Erfurt und das Musik-Hobby unter einen Hut zu bringen. Sie ist dabei, „weil es total Spaß macht, mit Birgit Bischoff zu spielen und natürlich auch mit den ganzen Leuten vom Orchester“.
Michael Münnich aus Großwalbur bei Meeder ist seit 1996 im Orchester und steht mit seinen 51 Jahren für die ältere Generation. „Die Arbeit mit den jungen Leuten macht Spaß und sie halten einen auch auf Trab“, lächelt er. Damals habe ihn ein Eisfelder mit zur Musik bei Birgit Bischoff genommen und da sei er nun halt „hängen geblieben“. Während die „Harmonikas“ seit 1995 bestehen und sich vorwiegend aus jungen Leuten zusammensetzten, können im Vororchester Kinder ab zehn Jahren spielen.
Die Veranstaltung am späten Nachmittag mit dem Vororchester, Kindergartenkindern, Melodika-Schülern sowie zwei Akkordeongruppen zog über 350 Besucher an. Die Kindergartenknirpse erfreuten dabei die großen und kleinen Besucher mit ihrem Kindergesang. Und was sagt Musikschullehrerin Birgit Bischoff zu ihrer Geburtstagsfeier? Sie ist zufrieden und glücklich, dass an diesem Tag alles so super geklappt hat. „Ich habe es mir so schön nicht vorgestellt.“ Der Sonnabendabend war ein wichtiger Höhepunkt im Schaffen der Harmonikas, der Musikschule und ihrer Leiterin - wahrscheinlich der spannendste und aufregendste.
Man merkt ihr an, dass die Anspannung der letzten Monate von ihr abfällt und sie den erfahrenen Zuspruch von vielen, aber ganz besonders von ihren Orchestermitgliedern, verarbeiten muss. Für das Jahr 2013 ist aber bereits wieder ein Höhepunkt geplant – eine Fahrt nach Schweden. Und schließlich lässt sie sich doch noch zu einer weiteren Äußerung verleiten: „Ich würde in einem Jahr auch nochmals ein Konzert geben“. Da ist sie schon wieder voller Tatendrang und Pläne.
Für die junge Frau ist die Musik eine Berufung – stammt sie doch aus einer musikalischen Familie. So war es an diesem Sonnabend eine Geburtstagsparty, an der man sich mit diesem Galakonzert selbst und auch gleichzeitig andere beschenkte – eine prima Geste. „Wir brauchen den Applaus wie das Brot“ – und diesen Applaus für das gelungene Konzert gab es an diesem späten Samstagabend zu Genüge.




















































